Unser Ost-/Nordsee-Rundtour 

Unsere erste längere Reise mit dem eigenen Wohnmobil führte uns in den Norden. Fix gebucht war nur der Start im Bayerischen Wald, ausserdem stand ein Cousin- und Cousinen-Treffen fest im Kalender. Der Rest war Abenteuer pur: Jeden Tag spontan entscheiden, wohin die Fahrt geht.

1. Etappe (A bzw. J nach B): Wohnort (CH) -> Bayerischer Wald (DE) (rund 500 km)

Die erste Etappe brachte uns in den Bayerischen Wald, direkt an den Fuss des Silberbergs. Dort erwartete uns das neue 5-Sterne Camping Resort Bodenmais. Terrassenförmige Stellplätze mit Panorama, Wellness-Bereich für die Entspannung und alles blitzsauber.

Nur das Wetter hatte offensichtlich andere Pläne: Statt Radtouren durch die Gegend gab’s Regenprogramm.  Trotzdem war klar, dieser Platz ist ein echtes Schmuckstück und wir kommen mit Sicherheit wieder, dann hoffentlich mit Sonnenschein und Fahrradtouren statt Regencape. ‍

Das Genussrestaurant DAS FRANZ liegt direkt im Camping Resort. Wer also in Bodenmais Halt macht, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Nach dem Essen heisst es: Den warmen Blutwurz probieren. Der wird direkt über der Flamme erhitzt. Schon das Zuschauen ist ein Spektakel! Danach wärmt er nicht nur den Magen, sondern auch das Herz.

2. Etappe (B nach C): Bayerischer Wald (DE) -> Lübben (DE) (rund 500 km)

Unsere zweite Etappe führte uns vom Bayerischen Wald nach Lübben zum Cousin-/Cousinen-Treffen. Doch das Abenteuer begann schon unterwegs: Man glaubt es kaum! Mitten auf der Autobahn, zwischen Lastwagen und Personenwagen, tauchte plötzlich unser Cousin mit seiner Frau auf. Gut erkennbar am fast identischen Wohnmobil wie unserem. 

Kurz bevor er die Ausfahrt nahm, um noch seine Eltern einzusammeln, rollten wir für ein paar Meter nebeneinander her. So etwas lässt sich nicht planen. Umso schöner dieser Zufall, der uns schon auf halber Strecke ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte.


Details zum Cousin-/Cousinen-Treffen findet man hier.

3. Etappe (C nach D): Lübben (DE) -> Gedser (DK) (rund 400 km)

Die nächste Etappe führte uns von Lübben nach Rostock. Dort checkten wir auf der Fähre von Scandlines nach Gedser ein. Um 18 Uhr legten wir ab. Während wir an Bord kulinarisch verwöhnt wurden, wurde das Wetter draussen zunehmend ungemütlich. Der Seegang nahm zu, und schon bald wippten wir mehr als wir liefen.

Nach zwei Stunden kamen wir in Gedser (DK) an und konnten die Fähre verlassen. Kaum zehn Minuten später standen wir auf dem Wohnmobil-Stellplatz Gedser Lystbådehavn. Mittlerweile regnete es in Strömen und der Wind nahm stetig zu. Im Laufe der Nacht erlebten wir einen orkanartigen Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Das Prasseln des Regens und das Durchschütteln des Wohnmobils liessen uns kaum schlafen.

Um fünf Uhr morgens checkten wir die Wetter-App und fassten schweren Herzens den Entschluss, Dänemark gleichentags wieder zu verlassen. So viel zum „gemütlichen Start in Skandinavien“ – wer hätte gedacht, dass die erste Nacht schon als Mini-Orkan-Abenteuer zählt.

4. Etappe (D nach E): Gedser (DK) -> Fehmarn (DE) (rund 100 km)

Da die Fähre zurück nach Rostock an diesem Tag wegen des Wetters nicht fuhr, machten wir uns auf den Weg nach Rødby (DK), wo eine Fähre nach Puttgarden (DE) verkehrt. Zum Glück war dort das Wetter etwas besser, sodass die Fähre nicht eingestellt werden musste – zumal die Überfahrt ohnehin nur 45 Minuten dauert.

Nachdem wir die Insel einmal mit dem Wohnmobil erkundet hatten, waren wir so begeistert von der Schönheit Fehmarns, dass wir beschlossen, hier gleich zwei Nächte zu verbringen. Mitten im Naturschutzgebiet, zwischen den nördlichen Binnenseen und der Nordküste, liegt der Campingplatz Belt-Camping-Fehmarn. Hier konnte man wirklich die Seele baumeln lassen – Erholung pur! 

Besonders begeistert hat uns auch Burg. Mit rund 6000 Einwohnern ist es der grösste Ort der Insel. Den Mittelpunkt bildet die um 1230 erbaute Kirche St. Nikolai. Die Hauptstrasse wird von zahlreichen Geschäften gesäumt, die überwiegend in charmanten alten Backsteinhäusern untergebracht sind.

Und dann natürlich die kulinarische Offenbarung: Grells Fehmarn-Fischbrötchen. Leute, das sind mit Abstand die besten Fischbrötchen, die wir je gegessen haben! Frisch, lecker, grosse Auswahl – einfach ein Traum. Wer Fehmarn besucht, darf sich diese Gaumenfreude auf keinen Fall entgehen lassen.

5. Etappe (E nach F): Fehmarn (DE) -> Cuxhaven (DE) (rund 300 km)

Weiter ging die Reise von Fehmarn nach Cuxhaven. Cuxhaven, das Tor zur Nordsee, ist ein Ort, an dem man sich fragt, ob die Schiffe eigentlich grösser oder die Menschen kleiner geworden sind. Wer sein Wohnmobil direkt im Fährhafen parkiert, sitzt praktisch in der ersten Reihe eines endlosen Hafenkino Programms. Das Spektakel: Containerriesen, Frachter und Fähren, die so gemächlich vorbeiziehen, als hätten sie alle Zeit der Welt.

Wir waren erstaunt, dass der Stellplatz bei diesem Wetter und zu dieser Jahreszeit doch recht voll war. Da wir wegen eines Brandes unterwegs im Stau standen und einiges an Zeit verloren, konnten wir uns nicht mehr viel von Cuxhaven anschauen. Aber das, was wir gesehen haben, hat unser Interesse geweckt und wir werden ganz bestimmt wieder einmal einen Halt einplanen.

Selbst wenn das Wetter nicht mitspielt, sorgt die maritime Kulisse dafür, dass man sich wie im Abenteuerurlaub fühlt. Ob mit Gummistiefeln oder Sonnenbrille, Cuxhaven ist immer eine Reise wert!

6. Etappe (F nach G): Cuxhaven (DE) -> Alkmaar (NL)(rund 400 km)

Die nächste Etappe führte uns von Cuxhaven nach Alkmaar und hier kann man wirklich sagen: der Weg ist das Ziel. Eine traumhafte Reiseroute, die schon beim Fahren zum Erlebnis wird. Alleine die Fahrt über den Abschlussdeich, auf Niederländisch Afsluitdijk genannt, ist ein Highlight mit fantastischer Aussicht. Auf der einen Seite rauscht mal sanft, mal stürmisch die Nordsee an den Deich, auf der anderen Seite liegt das Ijsselmeer wie ein riesiger Spiegel zu Füssen.

Der Abschlussdeich ist rund 30 Kilometer lang und 90 Meter breit. Gebaut wurde er zwischen 1927 und 1932, und das nicht ohne Grund. Mit ihm wurde die ehemalige Zuiderzee in das heutige Binnengewässer Ijsselmeer verwandelt und gleichzeitig ein mächtiger Schutz gegen Sturmfluten geschaffen. Damit der Schiffsverkehr nicht zu kurz kommt, gibt es zwei Schleusen, durch die man nach wie vor zwischen Ijsselmeer und Nordsee hindurchfahren kann.

Alkmaar, eine charmante Stadt in der Provinz Nordholland, ist berühmt für ihren kultigen Käsemarkt, die hübschen Grachten und das historische Stadtzentrum. Doch Alkmaar hat weit mehr zu bieten als Käse. Es gibt spannende Museen, gemütliche Cafés und Einkaufsstrassen.

Natürlich darf in Alkmaar auch etwas nicht fehlen, was in keiner niederländischen Stadt fehlen darf: Eine Windmühle! Die Molen van Piet, die am Rande des Stadtzentrums steht, ist eine gut erhaltene traditionelle Windmühle. Sie wurde 1769 erbaut.

7. Etappe (G nach H): Alkmaar (NL) -> Maastricht (NL) (rund 300 km)

Von Alkmaar aus machten wir uns auf den Weg in den Süden der Niederlande, nach Maastricht. Einmal quer durchs Land, von Käse und Grachten hin zu Hügeln und fast schon mediterranem Flair. Wer hätte gedacht, dass man in Holland Landschaften findet, die nicht komplett flach sind.

Die Fahrt war ein Erlebnis für sich. Links und rechts Felder, Kanäle, Pferde und Kühe. Immer wieder staunten wir, wie schnell sich die Landschaft veränderte. Irgendwann verschwanden die Windmühlen langsam aus dem Blickfeld und stattdessen tauchten sanfte Hügel auf, die uns ein bisschen an unsere Heimat erinnerten.

In Maastricht angekommen, fühlten wir uns gleich wie in einer anderen Welt. Die Stadt versprüht einen ganz besonderen Charme. Historische Gebäude, enge Gässchen, gemütliche Plätze und Strassencafés, in denen das Leben pulsiert. Wir konnten gar nicht anders, als uns hinzusetzen und einfach das Treiben zu beobachten.

Maastricht ist bunt, lebendig und hat ein Flair, das irgendwo zwischen Holland, Belgien und Frankreich liegt. Für uns war es der perfekte Kontrast zu Alkmaar und eine Etappe, die zeigt, wie vielseitig die Niederlande wirklich sind.

Besonders speziell war unser Stellplatz in der Maastricht Marina. Mit dem Wohnmobil direkt am Wasser zu stehen, hat etwas Beruhigendes. 

8. Etappe (H nach I): Maastricht (NL) -> Speyer (DE) (rund 350 km)

Von Maastricht führte uns die Reise zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Speyer. Die Fahrt war zwar lang, aber abwechslungsreich. Nach den sanften Hügeln von Limburg hiess es für uns: quer durch Autobahnen, Lastwagenkarawanen und Baustellen, die wohl nie fertig werden.

In Speyer angekommen wurden wir sofort mit einem besonderen Flair belohnt. Die Stadt am Rhein ist reich an Geschichte und Kultur. Das Wahrzeichen ist natürlich der imposante Kaiserdom, der grösste romanische Kirchenbau Europas und UNESCO Weltkulturerbe – schon beeindruckend, wenn man davor steht.

Doch Speyer hat noch viel mehr zu bieten. Die hübsche Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und charmanten Plätzen lädt zum Bummeln ein. Besonders gefallen haben uns die gemütlichen Lokale, in denen man bei einem Glas Wein oder Bier und einem regionalen Gericht den Tag entspannt ausklingen lassen kann.

Besonders praktisch war für uns der Stellplatz direkt beim Technik Museum Speyer. Der Caravanpark liegt unmittelbar neben dem Museum und ist gleichzeitig zentral gelegen, sodass die Altstadt bequem zu Fuss erreichbar ist.

Letzte Etappe (I nach J): Speyer (DE) -> Wohnort (CH) (rund 350 km)

Die letzte Etappe führte uns von Speyer zurück in die Schweiz. Nach Tagen voller Abenteuer, Regen, Sturm und ein paar Sonnenstrahlen sind wir wieder zuhause angekommen. Von der stürmischen Nacht in Dänemark über Käse, Grachten und Windmühlen in den Niederlanden bis zu historischen Plätzen und Technik-Highlights in Deutschland hat unser Wohnmobil alles mitgemacht und wir auch. Insgesamt haben wir rund 3'200 Kilometer zurückgelegt.

Wir haben gelacht, neue Orte entdeckt, kulinarische Highlights genossen und manchmal auch einfach nur dem Regen beim Prasseln zugeschaut. Fazit: Egal ob Sturm, Sonne oder Wackelpudding Feeling im Wohnmobil, so eine Rundreise bleibt unvergesslich.

Diese Webseite verwendet Cookies. Hier kannst du auswählen, welche Cookies du zulassen willst und deine Auswahl jederzeit ändern. Klickst du auf 'Akzeptieren', stimmst du der Verwendung von Cookies zu.